Grunderwerbsteuer nach Bundesland
Übersicht der Steuersätze in allen Bundesländern. Erfahren Sie, wie die Grunderwerbsteuer berechnet wird und wo Sie sparen können.
Was ist die Grunderwerbsteuer?
Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die beim Kauf einer Immobilie fällig wird. Sie’s eine wichtige Kostenposition bei der Finanzierung Ihres Eigenheims — und das Wichtigste ist: Die Sätze unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern.
In Baden-Württemberg zahlen Sie 5 Prozent, in Schleswig-Holstein dagegen nur 0,5 Prozent. Das macht bei einem 300.000-Euro-Haus einen Unterschied von 13.500 Euro aus. Keine kleine Summe, wenn Sie gerade Eigenkapital sparen.
Schnellfakten
- Berechnet auf Kaufpreis (ohne Makler/Nebenkosten)
- Sätze: 0,5% bis 6,5% je Bundesland
- Zahlbar innerhalb von 30 Tagen nach Kauf
- Nicht absetzbar, aber planbar
Sätze aller Bundesländer
So unterschiedlich können die Steuersätze sein. Manche Länder sind deutlich günstiger.
Schleswig-Holstein
Der niedrigste Satz in Deutschland. Hier sparen Käufer am meisten.
Bayern, Hessen, Sachsen
Moderate Sätze, weit verbreitet in Deutschland.
Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen
Höhere Sätze in bevölkerungsreichen Bundesländern.
Berlin, Brandenburg
Die höchsten Sätze. Bei Berliner Preisen eine erhebliche Last.
Wie wird die Grunderwerbsteuer berechnet?
Die Berechnung ist eigentlich einfach. Sie nehmen den Kaufpreis der Immobilie — also was Sie tatsächlich dafür zahlen — und multiplizieren ihn mit dem Steuersatz Ihres Bundeslandes.
Beispiel: Sie kaufen ein Haus in Bayern für 400.000 Euro. Der Steuersatz beträgt 3,5 Prozent. Die Rechnung ist schnell gemacht: 400.000 Euro 0,035 = 14.000 Euro Grunderwerbsteuer.
Wichtig: Der Kaufpreis ist die Bemessungsgrundlage — nicht die Maklergebühr oder die Notargebühren. Diese kommen noch dazu.
Budgetplanung: So berücksichtigen Sie die Steuer
Das ist entscheidend: Sie dürfen die Grunderwerbsteuer nicht vergessen, wenn Sie Ihr Budget festlegen. Viele Käufer planen den Kaufpreis und die Maklergebühr ein — aber vergessen die Steuer.
Rechnen Sie lieber großzügig. Zu den 3 bis 7 Prozent Grunderwerbsteuer kommen noch Notargebühren (1-1,5%), Grundbucheintrag (0,5%) und möglicherweise Maklergebühren hinzu. Zusammen sind das 5-11 Prozent zusätzliche Kosten.
Beispiel: Bei 300.000 Euro Kaufpreis sollten Sie mit mindestens 15.000 bis 33.000 Euro Nebenkosten rechnen. Das ist kein Peanuts — das ist echtes Eigenkapital, das Sie sparen müssen.
Bundesland-Übersicht im Detail
Niedrige Sätze (bis 3,5%)
Schleswig-Holstein (0,5%), Hamburg (1,5%), Bremen (2,5%), Niedersachsen (3,5%), Thüringen (3,5%). Hier zahlen Sie deutlich weniger — eine Überlegung wert, wenn der Immobilienmarkt es zulässt.
Mittlere Sätze (3,5-4,5%)
Bayern (3,5%), Hessen (3,5%), Sachsen (3,5%), Mecklenburg-Vorpommern (4%), Sachsen-Anhalt (4,5%). Das ist der Durchschnitt — weder besonders günstig noch teuer.
Hohe Sätze (5% und mehr)
Baden-Württemberg (5%), Nordrhein-Westfalen (5%), Saarland (6,5%), Berlin (6,5%), Brandenburg (6,5%). Die Steuerlast ist hier erheblich — planen Sie großzügiger.
Spar-Strategien: Was Sie tun können
Ehrlich gesagt: Die Grunderwerbsteuer ist nicht zu vermeiden. Aber es gibt ein paar legale Tricks, die helfen können.
Separate Bewertung von Grund und Gebäude
In manchen Bundesländern wird nur der Grundwert besteuert, nicht das Gebäude. Das spart echtes Geld.
Kaufzeitpunkt optimieren
Wenn Sie über Jahre sparen, kann ein Kauf in einem günstiger gelegenen Bundesland sinnvoll sein.
KfW-Förderung einplanen
KfW-Darlehen und Zuschüsse helfen, die Nebenkosten auszugleichen. Das ist echte Unterstützung.
Ihre Checkliste für die Budgetplanung
Fazit: Planen Sie realistisch
Die Grunderwerbsteuer ist ein großer Posten bei der Finanzierung einer Immobilie. Sie dürfen sie nicht ignorieren, wenn Sie Ihr Eigenkapital planen. Die gute Nachricht: Sie wissen jetzt genau, wie die Steuersätze funktionieren und können für Ihr Bundesland konkret rechnen.
Machen Sie die Rechnung ehrlich. Addieren Sie Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbucheintrag und Makler — dann kennen Sie Ihre echten Nebenkosten. Das sind oft 8-11 Prozent des Kaufpreises. Das ist das Geld, das Sie neben dem Eigenkapital sparen müssen.
Der wichtigste Tipp: Unterschätzen Sie nicht, wie viel Eigenkapital Sie sparen müssen. Die Nebenkosten sind oft größer, als Käufer denken.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel ist zu Informationszwecken gedacht und stellt keine Steuerberatung dar. Die Steuersätze und Regelungen können sich ändern. Bitte konsultieren Sie für Ihre konkrete Situation einen Steuerberater oder Notarzt, um genaue Informationen zu erhalten. Die angegebenen Sätze sind nach bestem Wissen aktuell (März 2026), können aber von den tatsächlichen Sätzen abweichen.